Motor an deinem Mofa abdichten
So wird es gemacht
Dauerhafter Leistungsabfall deines Töfflis, Probleme beim Starten oder austretendes Kraftstoffgemisch – typische Symptome dafür, dass deine Perle, besser gesagt der Motor deiner Perle, nicht mehr ganz dicht ist. Die gute Nachricht ist: Hast du den Defekt erkannt, lässt er sich meistens beheben, ohne dass du dafür teure Ersatzteile kaufen musst. Mit dem Einsatz von Dichtmasse, Flüssigmetall oder von schlichtem Dichtungspapier bekommst du deinen Mofamotor in der Regel wieder flott. Wie du am geschicktesten vorgehst und worauf du achten solltest, wenn du deinen Mofamotor abdichten möchtest, erklären wir dir in diesem Beitrag.
Symptome für einen undichten Motor
Es gibt verschiedene Gründe, die es nötig machen, den Motor an deinem Mofa neu abzudichten. So kann es zum Beispiel sein, dass das Aggregat aufgrund von Undichtigkeit Falschluft zieht. Dadurch kann die Leistung deines Hobels deutlich beeinträchtigt werden und es kann sogar zu Schäden am Motorblock kommen. Ebenfalls kann eine Undichtigkeit dazu führen, dass der Motor gar nicht erst startet, weil keine ausreichende Kompression aufgebaut werden kann.
Und nicht zuletzt ist es wichtig, Motoren abzudichten, die zwar keine der genannten Auffälligkeiten zeigen, aus denen aber Gemisch austritt. Sind Motoren undicht, kann Gemisch auslaufen und dir nicht nur deinen Hobel "einsauen", sondern auch noch die Umwelt schädigen.
Grundsätzlich ist es so, dass durch den Unterdruck, den der Kolben im Zylinder erzeugt, die Membranplättchen des Membranblocks geöffnet werden, damit das Benzin-Luftgemisch in das Motorgehäuse strömen kann. Da dies, abhängig von der Drehzahl, mehrere Tausend Mal pro Minute passiert, sind Verschleisserscheinungen im Bereich der Membranplättchen recht häufig. Schliessen sie nicht mehr richtig, kann es zu Fehlfunktionen und einer Beeinträchtigung der Leistung kommen. In einem solchen Fall kommst du nicht darum herum, die Membranplättchen auszutauschen, damit Kolben und Zylinder ihre Funktion wieder einwandfrei erfüllen können.
Risse an Motorteilen mit Flüssigmetall abdichten
Musst du an deinem Mofa nicht den kompletten Motor abdichten, sondern beispielsweise einen Riss im Zylinder oder Schäden an den Motorhälften kitten, helfen weder Papierdichtungen noch Dichtungsmasse. Stattdessen verwenden viele Schrauber in solchen Fällen Flüssigmetall. Dieses Wundermittel ist leicht anzuwenden und härtet schnell aus. Es ist ideal dafür geeignet, um Reparaturen und Ausbesserungen an Stahl- und Gussteilen vorzunehmen. Oftmals sind die geflickten Stellen am Ende sogar härter als der Rest des Bauteils. Eine Alternative zum Flüssigmetall wäre Schweissen, wobei hier aufgrund der thermischen Belastung der Bauteile äusserste Vorsicht geboten ist. Durch die Verwendung von Flüssigmetall können nicht-deformierte Bauteile am Motor in der Regel weiter verwendet werden und du musst nicht gleich kostenintensiven Ersatz besorgen.
Undichtes Motorgehäuse: so gehst du beim Abdichten vor
Hast du festgestellt, dass dein Motorgehäuse nicht mehr vollständig dicht ist, bleibt dir zunächst nichts anderes übrig, als das gesamte Aggregat auszubauen. Anschliessend zerlegst du es, reinigst es komplett und natürlich besonders gründlich. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Dichtflächen vollkommen sauber und frei von Ablagerungen aller Art, Rost sowie von Kraftstoff- oder Gemischresten sind. Solltest du grössere Unebenheiten feststellen, kannst du diese vorsichtig abschleifen. Hierbei musst du jedoch überaus sorgfältig vorgehen. Als Anfänger solltest du unbedingt von Hand schleifen, um nicht durch den Einsatz von Schleifmaschinen zu viel Material abzunehmen.
Dichtungsmasse oder Dichtungspapier: Welches Material ist die bessere Wahl?
Ob du eher eine Dichtmasse oder eine Papierdichtung verwenden solltest, ist immer davon abhängig, welchen Motor du abdichten möchtest. Denn während für einige Motoren Dichtungsmassen absolut ungeeignet sind, um eine dauerhafte Abdichtung zu erzielen, gilt für andere das genaue Gegenteil.
Dichtmasse: die passende Wahl für liegende Motoren und raue Dichtflächen
Möchtest du zwei liegende Motorhälften gegeneinander abdichten, lautet die Faustregel, dass sich hierfür Dichtungsmasse besser eignet. Gleiches gilt, wenn die Dichtflächen der Motorhälften eine eher rauere Oberfläche aufweisen. In diesem Fall sorgt die geeignete Dichtungsmasse dafür, dass alle Unebenheiten zuverlässig verfüllt werden und der Motorblock nach dem Zusammenbau vollständig dicht wird. Doch eignen sich nicht alle Massen gleich gut. Am besten solltest du auf ein Produkt zugreifen, das aushärtet. Wenn du eine Masse wählst, die nicht komplett aushärtet, ist es wichtig, dass diese benzinbeständig ist, was selbstverständlich auch für aushärtende Dichtungsmasse gilt. Andernfalls könnte es über kurz oder lang dazu kommen, dass die Masse vom Kraftstoff zersetzt wird. Dadurch könnte Misch-Öl in das Kurbelwellengehäuse gelangen, was Qualm und Fehlfunktionen zur Folge hat.
Völlig ungeeignet sind Silikondichtmassen, die mitunter tatsächlich empfohlen werden. Mit ihnen wirst du einen Motor niemals dauerhaft abdichten können. Wichtig ist ausserdem, nicht zu viel von der Dichtmasse auf die Dichtflächen aufzutragen. Verwende nur so viel vom gewählten Produkt, dass beim Zusammendrücken der beiden Motorhälften die Dichtflächen komplett benetzt sind. Andernfalls können durch austretende Dichtungsmasse zum Beispiel Ölkanäle verstopft werden, was zu einer Beeinträchtigung der Motorfunktionen führen kann.
Motor abdichten mit Dichtungspapier
Andere Regeln gelten für Motoren mit zwei stehenden Hälften und sehr glatten Dichtflächen. Möchtest du einen solchen Motor abdichten, sollte deine Wahl stets auf geeignete Papierdichtungen fallen. Für die meisten Motoren gibt es bereits fertige Dichtsätze, die du nur noch einbauen musst. Ist dies nicht der Fall, kannst du dir eine passende Dichtung aus einem Bogen Dichtungspapier selbst zurechtschneiden. Viele erfahrene Schrauber schwören übrigens darauf, Papierdichtungen vor dem Einbau mit etwas Öl zu benetzen. Dadurch quellen diese Dichtungen etwas auf und das Öl bildet quasi eine Siegelschicht, die beim Abdichten des Motors hilft. Grundsätzlich gilt: Egal ob mit Dichtungspapier oder mit Dichtmasse, es wird nur dann dauerhaft dicht werden, wenn die Dichtflächen vor der Verwendung absolut sauber gemacht wurden und du akkurat arbeitest.
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